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Beipackzettel für medizinischen Sauerstoff


Zusammensetzung:

Die Druckgasflasche enthält Sauerstoff (O2), Mindestgehalt 99,55% (V/V) O2

Anwendungsgebiete:

Eine Sauerstoffbehandlung ist angezeigt bei Zuständen einer Sauerstoffverknappung (Hypoxia oder Hypoxämie), die verschiedene Ursachen haben kann: Störungen der Lungenbelüftung aufgrund einer Einengung der Atemwege (Laryngospasmus, Bronchospasmus) oder aufgrund zentralvenöser bzw. neuromuskulärer Störungen der Atmungsregulation, Störungen der Belüftung oder Durchströmung der Lungen aufgrund von krankhaften Veränderungen des Lungengewebes z. B. Fibrose, akut respiratorische Insuffizienz, Atelektasen, Lungenödem, Asthma, Bronchiolitis, Emphysem), akute Blutarmut (Anämie oder Hämolyse Vergiftungssymptome z. B. Cyanid-, Kohlenmonoxidvergiftung) Schockzustände, Dekompressionskrankheit (Taucherkrankheit). In der Anästhesie wird Sauerstoff auch im Gemisch mir Narkosegasen angewandt. Dabei dient der Sauerstoffanteil (mind. 20%) als Träger und zur Vermeidung einer Sauerstoffunterversorgung.

Gegenanzeigen:

Eine Sauerstofftherapie darf nur unter besonderer Vorsicht durchgeführt werden bei: Neugeborenen, Fettsucht gleichzeitiger ACTH- oder Glukokortikoidbehandlung, Patienten mit hoher Kohlendioxidkonzentration im arteriellen (sauerstoffreichen) Blut, Vergiftungen mit Substanzen, die die Atemtätigkeit herabsetzen, Störungen der Atemkontrolle im Zentralnervensystem, Fieber.

Die Anwendung einer reinen Sauerstoffbehandlung sollte bei akuter Atemschwäche (respiratorischer Insuffizienz auf der Basis einer chronischen, obstruktiven Emphysembronchitis) wegen der drohenden Abnahme der Lungenbelüftung nicht durchgeführt werden.

Nebenwirkungen:

Unter Beachtung der Gegenanzeigen sind Nebenwirkungen bei der Anwendung mit normalem Sauerstoff nicht zu erwarten. Sei der Sauerstoffbeatmung von Patienten mit verminderter Lungenbelüftung kann es zu einem raschen Anstieg der Kohlendioxidwerte kommen. Bei einer Behandlung mit 50%-igem Sauerstoff bis zu 7 Tagen sind keine klinisch bedeutsamen Symptome beobachtet worden. Eine Verabreichung von 100%-igem Sauerstoff über 24 Stunden, führt jedoch zu zellulären und funktionalen Schädigungen der Lunge (Zellveränderungen des Alveolarepithels, Sekreteindickung, Einschränkungen der Ziliarbewegung, Atelektasen sowie Veränderungen des Minutenvolumens, Kohlendioxidretention und pulmonale Vasodilatation). Das bedeutet, dass in der Regel bei einer Behandlung mit 1 bar (105 Pa) Überdruck über längere Zeit oder bei noch höheren Sauerstoffdrücken in der Atemluft nach einer kurzen Behandlung mit Vergiftungserscheinungen (Hypoventilation, Azidose bis zur Entwicklung eines Lungenödems) zu rechnen ist. Dabei ist zu beachten, dass eine zu rasche Verminderung des Teildruckes eine lebensgefährliche Sauerstoffunterversorgung (Hypoxämie) herbeiführen kann. Bei Neugeborenen kann eine lang anhaltende und hoch konzentrierte (mehr als 40%) Sauerstoffbehandlung eine zur Erblindung führende Augenlinsenschädigung (retrolentale Fibroplasie) verursachen. Darüber hinaus besteht die Gefahr des Auftretens von Blutungen (pulmonale Hämorrhagien) Zell- und / oder Funktionsstörungen in der Lunge (fokalen Atelektasen sowie hyalinen Membranschäden mit diffuser Lungenfibrose). Um die Entwicklung eines solchen Zusammenbruchs der Lungenfunktion (bronchopulmonale Dysplasie) zu vermeiden, ist es unerläßlich, während der Behandlung wiederholt den Sauerstoffdruck im arteriellen (sauerstoffreichen) Blut zu überprüfen.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln:

Keine bekannt

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung:

Soweit nicht anders verordnet, gelten folgende Empfehlungen: Die Behandlung mit Sauerstoff kann mit Hilfe verschiedener Beatmungsverfahren vorgenommen werden: Durch einen Nasenkatheter, eine Nasenbrille, eine Maske (z. B. Plastik-, Gummi-, Venturimaske mit fixer Dosierung), einen Nasopharyngealkatheter, einen endotrachealen, tracheostomen Tubus, ein Gesichtszelt, ein Sauerstoffzelt, ein transportables Atemgerät. Für die (Durchführung der Beatmung sollte die Sauerstoffzufuhr mengenmäßig individuell eingestellt werden, um Vergiftungserscheinungen zu vermeiden. Der Volumenanteil von Sauerstoff sollte, durch wiederholte Messungen des Sauerstoffgehaltes im arteriellen (sauerstoffreichen) Blut kontrolliert, nur soweit erhöht werden, dass eine ausreichende Sauerstoffsättigung erreicht wird (Partialdruck 75 (+/- 10 mm Hg). Im Regelfall sollte die Sauerstoffkonzentration des Atemgases unter 60% (450 mm Hg) liegen. Es ist dafür zu sorgen, dass eine ausreichende Befeuchtung und Temperatur des zugeführten Gases garantiert sind. Eine Sauerstoffbehandlung mit Überdruck bedarf sorgfältiger ärztlicher Überwachung.

Bei Anwendung hoher Sauerstoffdrücke wird zunehmend der Stickstoff aus den Lungenbläschen (Lungenalveolen) gewaschen. Um der Gefahr verminderter Lungenbelüftung (infolge von Absorptionsatelektasen) vorzubeugen, wird empfohlen, dem Atemgas 5-10% Stickstoff beizumischen. Bei Neugeborenen sollte die Sauerstoffkonzentration nicht über 40% ansteigen, um Risiken eines Schadens der Augenlinse oder eines Zusammenbruchs der Lungenfunktion zu vermeiden. Die Gefahr des Auftretens von Hirnschäden infolge einer Sauerstoffunterversorgung ist bei arteriellen Sauerstoffdrücken von weniger als 40 mm Hg gegeben. Für eine Langzeitbehandlung bei chronischer Lungenerkrankung wird eine Sauerstoffkonzentration von 35% gut vertragen. Entsprechende Kenntnisse zur erfolgreichen Durchführung einer Atembehandlung (Inhalationstherapie) werden als bekannt vorausgesetzt.

Verfalldatum:

Dieses Arzneimittel Darf nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

(Aufkleber OX1 Verwendbar bis: Monat. Jahr)

Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren!

Hinweise:

Druckbehälter für Sauerstoff dürfen nicht mit toxischen, schlafinduzierenden, zur Narkose führenden oder den Respirationstrakt bei der Anwendung reizenden Substanzen behandelt werden. Bei Lagerung und Verwendung von Sauerstoff sind insbesondere die Unfallverhütungsvorschriften VBG 62 und die Druckbehälterverordnung mit den technischen Regeln Druckgase zu beachten. Nur für Sauerstoff zugelassene Armaturen verwenden; alle Leitungen und Armaturen sind öl- und fettfrei zu halten!

Nur medizinischer Sauerstoff darf für medizinische Zwecke eingesetzt werden. Eine missbräuchliche Verwendung der Druckgasbehälter und ihre Füllung durch den Verbraucher oder Dritte ist nicht statthaft. Hersteller ist die Firma Oxyparat GmbH. Es werden nur Flüssiggase der Firma Linde, Höllriegelskreuth, verarbeitet.

Rauminhalt und Fülldruck sind auf der Flaschenschulter eingeprägt.

Umrechnungsfaktor: 1 bar ( = 105 Pa)

Sauerstoff für med. Zwecke wird nur in Stahlflaschen mit weißer Schulter und weiß / orangem Aufkleber abgegeben.


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In Europa gibt es in allen Ländern Niederlassungen der großen Gashersteller, wie zum Beispiel Linde, Air Liquide, Messer, AGA Gas, usw. Wo in Ihrer Nähe eine Niederlassung ist, erfahren Sie durch einen Blick in das Branchenbuch der Telefonauskunft.

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