|
|
| |||
| Bestellung und Lieferung | Online Shop | Kontakt und Geschäftszeiten | Lageplan | Datenschutz | Impressum | Sitemap | |||||
|
Chemischer Sauerstoff aus der SpraydoseDr. med. Ulrich van Laak |
|
1. Maximal dosierter Sauerstoff am TauchunfallortBei Tauchunfällen und anderen Unfällen im Wasser, wie z.B. Beinahe-Ertrinken, wird heute die unmittelbare maximal dosierte normobare Sauerstoffgabe einmütig als der Goldstandard empfohlen. Dabei bestehen keine Zweifel daran, dass im eingeatmeten Atemgas der prozentuale Anteil des Sauerstoffs möglichst nah an 100% (FiO2 = 1), also an reinen medizinischen Sauerstoff heran, reichen soll. Selbstverständlich wird auch bei der besten Maskenatmung niemals die 100% Sauerstoffatmung erreicht werden können. Beim intubierten Notfallpatienten ist das kein Problem, denn bei dichtschließendem System erreicht nur der reine Sauerstoff die Atemwege, ohne jede Leckage oder Nebenzug von Umgebungsluft. Bei den meisten Tauchunfällen muss der Sauerstoff mittels möglichst dicht sitzenden Masken angeboten werden, weil der verunfallte Taucher sicher und unbeeinträchtigt atmet. Sicher spontan atmende Taucher sind mit 95% die wahrscheinlichsten Patienten, selbst wenn sie massive Lähmungen haben. Es ist das Verdienst von Divers Alert Network, dass die sofortige Sauerstoffgabe am Tauchunfallort heute auch durch medizinische Laien möglich ist, die keinen ständigen Umgang mit Notfallsituationen und mit Sauerstoffatmung haben. Ihre Qualifikation erwerben sie durch erfolgreiche Teilnahme an einem DAN Oxygen Provider Kurs. Diesen wiederholen sie alle zwei Jahre. Sie erhalten ein Zertifikat einer tauchmedizinischen Weltorganisation, aus dem hervorgeht, dass sie dazu in der Lage und berechtigt sind, dem Ziel der möglichst 100%igen Sauerstoffatmung sehr nahe zu kommen. Ein DAN Oxygen Provider hat Handlungskompetenz erworben. Sie oder er kennt die unterschiedlichen Prinzipien der Sauerstoffatmung, die Vor- und Nachteile, die spezifischen Einsatzszenarien, gewisse Risiken und die Antworten auf Zwischenfälle. Das Europäische Komitee für Hyperbarmedizin (European Committee for Hyperbaric Medicine, ECHM) hat 1996 in Mailand den Goldstandard für das Tauchunfallmanagement vor Ort fest geschrieben, an dem sich alle Behandlungsstrategien messen lassen müssen:
|
|
|
|
|
5. Tauchmedizinische BewertungMit allen Lösungen unterhalb des geforderten FiO2 = 1, also der 100% Sauerstoffatmung, liegen Anwender voll daneben. Wir nutzen ja den bewusst maximal dosierten normobaren Sauerstoff als Ersatz für die zumeist nicht vor Ort befindliche Druckkammer. Ihre möglichen medizinischen Effekte wenigstens im Ansatz zu erreichen und ihren erfolgreichen Einsatz auch nach Zeitverzug möglich zu machen, ist das erklärte Ziel der normobaren Sauerstofftherapie. Ordentlich angewendet, ist sie sehr häufig hilfreich, in 75% der Fälle kommt es zur Stabilisierung, Besserung oder sogar zur kompletten Wiederherstellung. Es geht nicht darum, irgendeine Sauerstoffkonzentration anzubieten, die bei windigen Verhältnissen an Oberdeck ohnehin nahezu erreicht wird. Wenn der erforderliche FiO2 mit 0,3 derartig unterschritten wird, ist es nicht verwunderlich, wenn Behandlungseffekte dieser Sauerstoffduschen ausbleiben. Fatal wird es dann, wenn diese unzureichenden Geräte wegen ihres vermeintlich günstigen Preises als Ersatz für den Goldstandard eingesetzt werden. Die hoch wahrscheinliche Folge ist die Verschlechterung des Patienten mit schlimmen Auswirkungen für die weitere Entwicklung des Falles und die Rehabilitation. Geräte, die Sauerstoff chemisch produzieren oder Sprays, die Sauerstoff auf Druckknopf abgeben, sind nicht für die Behandlung von Tauch- und Wasserunfällen geeignet. Ihr Einsatz sollte unterbleiben. Die Ausbildung dafür ist für ein mögliches Unfallopfer nicht von Nutzen, vor dem Hintergrund dadurch verhinderter besserer Alternativen sogar gefährlich. |
|
6. Meine persönliche BewertungChemisch erzeugter Sauerstoff und Spraydosen mit Sauerstoffinhalt erfüllen folgende Funktion: Man tut etwas, um des Tuns willen. Das ist ganz und gar ärgerlich, kontraproduktiv für alle seriösen Bemühungen, für Tauch- und andere Wasserunfälle völlig ungeeignet, teils gefährlich und damit überflüssig. Wohlmeinende Anwender können sich damit erhebliche in Probleme manövrieren ohne ihrem Patienten richtungweisend zu helfen. Darüber hinaus bleiben ausgebrannte Behälter über, die einiges an Geld gekostet haben, die man entsorgen muss und besser gar nicht beschafft hätte. Dr. Ulrich van Laak |
|
7. Kontaktanschrift für weitere Informationen
Weitere InformationenWeitere Hintergrundinformationen über die Stellenwert der Laienhilfe bei Tauchunfällen, erläutert ein weitere Artikel von Dr. Ulrich van Laak. |
| |||||||
| Copyright © 1999, 2000-2008 W+S Water Safety Europe GmbH, Romy-Schneider-Str. 1, D-13599 Berlin, Deutschland, Tel. +49 (0)30 45490571 Alle Rechte vorbehalten. Datenschutz. Kontakt. Online Shop. Impressum. Sitemap | |